Drei Tage Joy-Club und ich stehe schon wieder am Rand der Hölle. Abgründig, was sich da auftut. Das ist nicht mehr schön. Und mir fällt die immens hohe sexuelle Bedürftigkeit der Männer dort auf. Dieses Fixieren auf sexuelle Bestätigung, ja das Suchen nach Bestätigung und Annahme durch eine (fremde) Frau. Das irritiert mich so dermaßen, dass ich nicht übel Lust habe mich wieder abzumelden da. Wildfremde die fragen, ob ich es oral gemacht haben möchte, mir Schwanzbilder schicken, ungefragt ihre Ideen und Phantasien mitteilen, obwohl sie mich gar nicht kennen. Stelle dir das mal im Real Life vor. Kommt dir n Typ entgegen und packt erst mal sein Ding aus oder erzählt dir ohne dich zu kennen, dass er dich hart von hinten nehmen will. Okay … äh. Ja. Das muss man erstmal verdauen. Aber im Real-Life würd das keiner machen, da kriegt ja kein Schwein die Zähne auseinander mittlerweile. Diese extreme Abhängigkeit von sexueller Bestätigung dort, springt mir echt so hart ins Gesicht, dass es weh tut. Sexuelle Verwahrlosung wohin das Auge reicht. Eigene Werte und Wurzeln, Würde, null Komma null vorhanden. Schräg. Einfach nur bizarr.

Meine Motivation dort? Party-Termine von meinen Lieblings-Partys und Promotion meiner Texte von Amandas Welt. Aber wieder stehe ich an dem Punkt, dass ich mich frage, ob ich da überhaupt richtig bin. Ob ich das, was ich platzieren will, dort überhaupt platzieren kann. In einer virtuellen Welt, in der es scheinbar nur um die schnelle Bestätigung und den nächsten geilen seelenlosen Fick geht, wo das angeraute, ruhelose und bedürftige Ego so verzweifelt ist, dass es von irgendwelchen Abgehalfterten und Versprengten bestätigt werden muss, ey da will man doch nicht dabei sein, oder? Was geht denn bitteschön ab?

Mir wird klar:

Amandas Welt kommuniziert Werte und eine Richtung, seine eigene Sexualität mit Tiefe und Werten wie zum Beispiel Vertrauen, Liebe und Zuneigung zu füllen. Um wahre Begegnung und nicht um schnellen Sex auf der Fetisch-Party in schmierigen, dunklen Ecken. Um den eigenen individuellen Weg zu sich selbst durch gelebte freie Sexualität. Es geht um die Annahme, dass wir uns alle sichere vertrauensvolle und erfüllende Bindungen wünschen in unserem Leben, um zu wachsen und uns zu entwicklen. Da geht es um Achtsamkeit, um Reifung und den Mut durch seine Prozesse zu gehen. Amandas Welt will ein Statement setzen für achtsamen, nicht wahllosen, seelenlosen Sex, sondern für Bindung und Beziehung. Für Offenheit und Vertrauen in einem festen Rahmen. Dafür steht Amanda. Für eine reife eigene Etablierung der eigenen Werte, meine eigene Definition wie ich mein Frau-Sein oder Mann-Sein leben will, OHNE von der (sexuellen) Bestätigung eines nächsten abhängig zu sein. Das wird mir grad klar. Dass ich mit meinem Werte-Kompass null in eine Joy-Welt hinein passe oder da navigieren kann.

Aber ich scheine eine der Wenigen zu sein, die das Rumgeturne da echt seltsam findet. Die diese ganzen Fakes in der virtuellen und auch in der Party-Szene einfach irritierend findet. Mir fehlt da die Substanz und das Echte. Irgendwie, habe ich das Gefühl, geht das meiste da grundlegend an Seele und Substanz vorbei. Ich war schon oft im Joy angemeldet und weiß nun auch ad hoc wieder, warum ich mich dort habe wieder löschen lassen. Ging nicht wegen unpässlicher Oberflächlichkeit. Wow. Ernüchternd. Und das nach drei Tagen. Bor ich glaub, ich muss da wieder raus. Joy und ich, wir werden keine Freude miteinander haben, fürchte ich. Ich gehe an das Thema Sexualität wohl grundlegend anders heran. Sorry, aber ich kann nicht oberflächlich und dünn drüber.

Amanda gibts nur mit Tiefe.

Bis dahin

Amanda Lears

9 Gedanken zu “Joy und ich – wir werden keine Freunde …

  1. Ich beobachte das schon länger, dass die Menschheit sich auseinanderentwickelt. Obwohl es nicht den Anschein hat, nimmt doch, denke ich, die Zahl derer, die bewusst leben, zu. Das hängt auch damit zusammen, dass die Kids oft seelisch sehr reif sind, reifer als ihre Eltern und Lehrer, was es ihnen nicht einfacher macht und manche auch zurückbiegt. Aber viele dieser seelisch reifen Kinder und Jugendlichen gehen ihren Weg, und zwar ganz sicher.
    Natürlich ist die Zahl derer, die bewusst leben, verglichen mit den Anderen relativ klein, aber das darf nicht irritieren, weil es schon immer so war.
    Ich persönlich habe aufgehört, Wirkung erzielen zu wollen; ich glaube, das ist der falsche Weg; der richtige ist, dass man auf sich selbst achtet, achtsam sozusagen sich selbst gegenüber; dann findet man, dass mancher sich anschließt oder auf einmal jemand schreibt, dass er schon lange die Beiträge liest und dankbar für sie ist. Die Menschen müssen ja heute in Freiheit sich für ihren Weg entscheiden. Bewusstsein ist alles, möchte ich sagen.
    Zu diesem bewussten Sein gehört auch das Entwickeln einer spirituellen Sexualität. Wie einst Uranos die Erde umarmte, so wird es wieder sein, dann aber ganz bewusst. Und das gilt auch für das Männliche und Weibliche.
    Die kaputte Männlichkeit kämpft ja, so glaube ich, ihren finalen Kampf – und Putin steht dafür. Leider ist schrecklich, was sich abspielt, aber die Ängste der Menschen sind notwendig, damit die alten Strukturen vollends aufbrechen.
    Es ist wichtig, dass Frauen und das Weibliche verstehen, in welcher Situation sich das Männliche und die Männer befinden. Sie haben Angst vor Kontroll- und Machtverlust. Dass das auf sie zukommt, spüren sie. Und ich glaube, es ist sehr wichtig, dass Frauen und das Urweibliche diese verunsicherten Männer mittragen – ohne es an die große Glocke zu hängen, von innen heraus. Das ist das Wirkungsvollste.
    Und dies so zu tun ist ja auch ein Segen für die männliche Seite der Frauen.

    Ich fände es gut, wenn Du Dich nicht irritieren lässt und schreibst, was Dir wichtig ist.
    Kurzfristig kann es noch schlimmer kommen, die Leute können noch mehr durchdrehen oder verrückt spielen. Im Grunde kann es nicht anders sein, wenn großes Neues entsteht.

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